Der Wetterbericht für den 20. Juni 2026 verhieß bereits im Vorfeld eine echte Hitzeschlacht. Für die stolzen Besitzer unklimatisierter historischer Fahrzeuge bedeutete dies eine enorme Belastungsprobe: Wenn die pralle Sonne auf das Blech brennt, wird die Fahrt im Cockpit schnell zur Zerreißprobe. Auch die sensible, jahrzehntealte Technik verlangt unter solchen hochsommerlichen Bedingungen nach besonderer Aufmerksamkeit. Mit einem wachsamen Auge auf den Kühlwassertemperaturen rollten insgesamt 97 glanzvolle Klassiker auf das Veranstaltungsgelände.
Das Wetter-Drama kurz vor dem Startschuss
Doch das Sommerwetter hielt eine dramatische Wendung bereit. Knapp 30 Minuten vor dem offiziellen Start baute sich am Horizont eine düstere, bedrohliche Drohkulisse auf. Der Himmel verdunkelte sich rasant, und pünktlich um 10:00 Uhr – exakt zum geplanten Startschuss – öffneten sich die Schleusen des Himmels: Es goss sprichwörtlich wie aus Kannen.
An ein faires und materialschonendes Losfahren war in diesem Moment nicht zu denken. Die Fahrtleitung bewies echtes Fingerspitzengefühl und Kameradschaft: „Das konnten wir niemandem antun“, hieß es einvernehmlich. Nicht nur die Fahrer in ihren teils offenen Raritäten mussten geschützt werden, sondern vor allem auch die treuen Streckenposten, die ansonsten völlig schutzlos im Starkregen hätten verharren müssen. Die Konsequenz: Der Start wurde kurzerhand um 40 Minuten verschoben.
Auf wunderschönen Wegen durch die Region
Mit der entsprechenden Verspätung, aber mit absolut ungebrochenem Enthusiasmus, ging es schließlich los. Die 97 Teilnehmer reihten sich diszipliniert ein und begaben sich auf die landschaftlich wunderschöne Route. Der heftige Regenguss brachte im Nachgang sogar einen glücklichen Nebeneffekt mit sich: Die Luft hatte sich spürbar abgekühlt, was den historischen Motoren und den Fahrern eine unerwartete, aber höchst willkommene Erleichterung verschaffte.
Entlang der Strecke warteten die traditionellen Wertungsprüfungen, bei denen es wie immer nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf absolute Präzision ankam. Ob das exakte Navigieren auf dem berüchtigten Spurbrett, die zentimetergenaue Seitenanfahrt oder die lautstarke Sonderprüfung „Hupe“ – an den verschiedenen Stationen mussten die Besatzungen ihr fahrerisches Geschick unter Beweis stellen.
Rückkehr und die Tücken der Auswertung
Erst im Laufe des Nachmittags kletterten die Temperaturen wieder in den schweißtreibenden, anspruchsvollen Bereich. Zu diesem Zeitpunkt hatten die ersten Teams die Strecke jedoch bereits gemeistert und trudelten wohlbehalten auf dem gemütlichen Feuerwehrgelände ein.
Während die Triebwerke abkühlten und die Teilnehmer erste Benzingespräche führten, rauchten in der Organisationszentrale die Köpfe. Wie in jedem Jahr erwies sich die gerechte, fehlerfreie Auswertung der Punkte über die zahlreichen Kategorien und Unterkategorien hinweg als logistische Mammutaufgabe, die viel Zeit und höchste Konzentration in Anspruch nahm – schließlich sollte jeder Pokal am Ende auch beim rechtmäßigen Sieger landen.
Erstklassige Kulinarik und ein herzliches Dankeschön
Bestens gesorgt war derweil für das leibliche Wohl aller Gäste. Bereits am Morgen hatte der MC ein fantastisches Frühstück für die Teilnehmer organisiert, das die perfekte Grundlage für den Tag bot. Den restlichen Tag über übernahm die Freiwillige Feuerwehr die kulinarische Verpflegung in gewohnt hervorragender Manier und verwöhnte Fahrer wie Zuschauer mit deftigen Köstlichkeiten und kühlen Getränken.
Ein Event dieser Größenordnung steht und fällt mit dem Ehrenamt. Ein riesiges Dankeschön gilt daher allen unermüdlichen Helferinnen und Helfern, den wetterfesten Streckenposten, dem Organisationsteam des MC sowie der Freiwilligen Feuerwehr. Ihr alle habt trotz der Wetterkapriolen diese großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt und das 43. Oldtimer-Treffen zu einem unvergesslichen Erfolg gemacht!













